Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist bloss in D los?
Was zum Teufel ist bloss zur Zeit in unserem schönen Ländle los? Wenn man ehrlich ist, gibt's doch bei uns relativ wenig Katastrophen oder länderübergreifende Tragödien (jedenfalls im Vergleich zu dem, was man sonst so in der Zeitung liest).
Und nun misslingt ums Haar ein Terror-Anschlag (übrigens in genau einem Zug, den ich mal als alternatives Transportmittel zum Arbeitsplatz ausersehen hatte :schwitz: ), ein Gastank explodiert, eine hypermoderne Schwebebahn zerlegt sich, und überall Tote.
Soll das jetzt das Jahr der negativen Ereignisse werden??
KaeptnCaipi
25.09.2006, 09:42
Du weißt ja, wie das ist:
Kaum taucht irgendwo ein negatives Ereignis auf (Gammelfleisch, Busunglück o.ä.), dann hört man wochenlang im Radio und TV nix anderes wie nur eben Busunglücke oder Gammelfleisch.
Man kann so leicht den Eindruck kriegen, es gibt bei uns nur Gammelfleisch und jeder Bus verunglückt. Ist mir schon ein paar mal aufgefallen. Und sobald das nächste negative Ereignis da ist, sind die alten wieder vergessen, obwohl es schon vor Monaten Gammelfleisch gab und es wohl auch in einigen Monaten (leider) noch Gammelfleisch geben wird.
Leider verkaufen sich negative Schlagzeilen schneller und leichter als positive. Wenn alles ruhig ist und nix passiert, das will doch keiner in den Nachrichten sehen. :rolleyes: 8o
caipi hat den nagel auf den kopf getroffen. genauso ist es. schlechte nachrichten verkaufen sich (viel) besser als gute - und wenn keine schlechte nachricht da ist, dann "macht" man sich eben welche. es gibt immer, was worauf man rumreiten und was besser sein könnte.
wer will schon hören, dass konzern xy soundsoviel gewinn gemacht hat und deswegen mehr lehrstellen schafft oder noch ein paar leute einstellt? aber wenn konzern xz in die roten zahlen kommt und mit dem gedanken spielt, personal zu entlassen, dann stehen die kamerateams auf der matte. das ist die tv-landschaft in deutschland (und nicht nur hier) ... positive news gibts nicht. übrigens: die nachfrage bestimmt das angebot.
und was die zahlen der verunglückten angeht ... wer schert sich um die tausende von menschen, die tagtäglich im "ganz normalen" strassenwahnsinn umkommen oder verletzt werden? das gehört bei uns offenbar leider schon zum alltag ...
Sakko & T-Shirt
25.09.2006, 10:13
Original von Ell.a
und was die zahlen der verunglückten angeht ... wer schert sich um die tausende von menschen, die tagtäglich im "ganz normalen" strassenwahnsinn umkommen oder verletzt werden? das gehört bei uns offenbar leider schon zum alltag ...
Du meinst jetzt aber nicht nur Deutschland damit ?(
Statistik (http://www.destatis.de/basis/d/verk/verktab6.php) :radar:
doch, ich meinte nur deutschland, weil das thema des threads "Was ist bloss in D los?" ist.
Sakko & T-Shirt
25.09.2006, 11:26
Gut, insgesamt haben wir knapp über 1.000 Verletzte pro Tag in Deutschland. Aber bei der Bevölkerungszahl und Verkehrsdichte sowie dem allgemeinen Wunsch, sich individuell und rasch fortzubewegen, ist dies eine zwar unerwünschte, aber auch wohl unvermeidbare Begleiterscheinung:
Mehr Statistik:
Im Jahr 2005 wurden von der Polizei insgesamt 2,25 Millionen Unfälle aufgenommen, das waren
0,3% weniger als im Jahr 2004. Bei 85% dieser Unfälle wurden keine Personen verletzt oder getötet.
Die Zahl der Unfälle mit Sachschaden ist um 0,3% auf 1,9 Millionen gesunken. Rückläufig
sind auch die Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Im Jahr 2005 ereigneten sich
336 619 Unfälle mit Personenschaden, das sind 0,8% weniger als im Vorjahr. Dabei wurden
356 491 Personen leichtverletzt (– 0,8% gegenüber 2004), 76 952 schwerverletzt (– 4,8%) und
5 361 (– 8,2%) getötet.
Unfallgeschehen anders ausgedrückt
Im Durchschnitt des Jahres 2005 wurden in Deutschland pro Tag 15 Personen im Straßenverkehr getötet und weitere 1 188 verletzt; die Polizei musste durchschnittlich 6 175 Unfälle pro Tag aufnehmen.
Durchschnittlich wurde registriert:
Alle 14 Sekunden ein polizeilich erfasster Straßenverkehrsunfall
" 72 " ein verunglückter Verkehrsteilnehmer
" 2 Minuten ein verunglückter Pkw-Insasse
" 6 " ein verunglückter 18- bis 24-Jähriger
" 7 " ein schwer verletzter Verkehrsteilnehmer
" 10 " ein Alkoholunfall
" 14 " ein verunglücktes Kind unter 15 Jahren
" 98 " ein Verkehrstoter
" 3 Stunden ein getöteter Pkw-Insasse
" 8 " ein getöteter 18- bis 24-Jähriger
" 10 " ein getöteter Motorradbenutzer
" 13 " ein getöteter Fußgänger
" 15 " ein getöteter Fahrradbenutzer
" 15 " ein Getöteter bei einem Alkoholunfall
Quelle: Statistisches Bundesamt
Näheres dazu (http://www.destatis.de/presse/deutsch/pk/2006/unfallgeschehen2005statement_hahlen.pdf#search=%22 Verletzte%20Stra%C3%9Fenverkehr%202005%22)
unerwünschte, aber auch wohl unvermeidbare Begleiterscheinung
???
soso, sag das mal jemandem, dessen frau, mann, kind oder freund/in nach einem nicht verschuldeten verkehrunfall schwerverletzt im krankenhaus oder tot in der leichenhalle liegt.
bei diesem thema schere ich mich einen **** um statistiken, die ich an dieser stelle übrigens als sehr unpassend empfinde. deswegen klinke ich mich aus der weiteren diskussion lieber aus.
8)
Sakko & T-Shirt
25.09.2006, 12:51
Natürlich mag das für den von einem Verkehrsunfall direkt oder mittelbar Betroffenen kein Trost sein, aber es ist doch begrüßenswert, dass trotz anhaltender bzw. steigender Verkehrsdichte die Zahl der Verletzten und Toten zurück geht.
Unpassend fand ich die Statistik nicht. Es ging um das allgemeine Thema "Was ist bloss in D los?". Hätte jemand berichtet, dass ein Verwandter oder Bekannter bei einem Verkehrsunfall verletzt worden oder gar umgekommen wäre, hätte ich auf die Statistik verzichtet. Da dies aber nicht der Fall war, von Dir das Thema Verkehrsunfälle angesprochen wurde, hielt ich eine bundesweite Statistik für angebracht.
In der lokalen Presse wird im übrigen über jeden Verkehrstoten im Verbreitungsgebiet des Blattes berichtet.
Ich glaube auch, dass in unserem Ländle nicht alles so schlecht ist wie es gemacht wird oder das wir pölötzlich jeden Tag eine Mega-Katastophe haben. Aber heute wo es dutzende Fernsehsender gibt, die hundert mal am Tag Nachrichten bringen, oder auch Nachrichtensender die dafür sorgen müssen, dass ihnen über den Tag die Meldungen nicht ausgehen, da reizt man gerne jedes Thema aus. Die schreibende Zunft darf man dabei auch nicht vergessen. Es gibt jede menge Tageszeitungen und Magazine, und egal ob Fernsehen oder Zeitung jeder will dem anderen eine Nasenspitze vorraus sein. Wie Ell.a soch geschrieben hat, schlechte Nachrichten verkaufen sich eben gut.
:rauchen:
olafsson70
25.09.2006, 14:10
Dann kommt zum Thema Statistik noch folgendes hinzu:
Zitat
"Traue keiner Statistik, wenn du sie nicht selbst gefälscht hast."
Don Escobar
25.09.2006, 14:16
Ich teile Ell.a´s Meinung:
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie Schei*-Egal mir eine Statistik ist, wenn ein guter Freund oder ein Verwandter wegen irgendwas verletzt oder sogar getötet wird!
Aber um die Statistik mal zu beleuchten:
Alles unter 100% ist mir zu wenig!!! -0,8%, -8,irgendwas % ... Das ist doch doch nicht viel besser!!!!
Jeder Tote, Verletzte - ja jeder Unfall, egal ob im Verkehr oder sonstwo - Ist immer einer zuviel!
Am Schlimmsten ist es dann, wenn es Unschuldige trifft!!!
Na, dass in den Medien mit Vorliebe negativ berichtet wird, ist auch mir nix Neues. Aber wenn's keine Katastrophen bei uns gibt, kann man auch über keine berichten. Und das war's, was mich berunruhigt: Dass sie im Moment so viel zu berichten haben. Ned mehr und ned weniger... :wuerg:
Original von KaeptnCaipi
Du weißt ja, wie das ist:
Kaum taucht irgendwo ein negatives Ereignis auf (Gammelfleisch, Busunglück o.ä.), dann hört man wochenlang im Radio und TV nix anderes wie nur eben Busunglücke oder Gammelfleisch.
Man kann so leicht den Eindruck kriegen, es gibt bei uns nur Gammelfleisch und jeder Bus verunglückt. Ist mir schon ein paar mal aufgefallen. Und sobald das nächste negative Ereignis da ist, sind die alten wieder vergessen, obwohl es schon vor Monaten Gammelfleisch gab und es wohl auch in einigen Monaten (leider) noch Gammelfleisch geben wird.
Leider verkaufen sich negative Schlagzeilen schneller und leichter als positive. Wenn alles ruhig ist und nix passiert, das will doch keiner in den Nachrichten sehen. :rolleyes: 8o
Ja das stimmt bin deiner Meinung, damit hast du vollkommen recht.
Nach Gammelfleisch kommt dann wieder BSE, dann die Schweinepest dann die Vogelgrippe usw. Dann wird wieder irgend ein Kind entführt.
Alles was täglich gang und gebe ist, wird dann so presentiert, wie es noch nie vorher passiert wäre und wie schlimm das alles ist.
Schlimm ist das schon, aber besser wird es auch nicht.
Was ich jedoch gut finde, dass wir jedes Jahr an den 11. Septeber 2001 erinnert
werden.
Das war wirklich schlimm und man soll diesen Moment nicht vergessen und hoffen
dass wir weiterhin vor solchen Anschlägen verschont bleiben.
Oder an Weihnachten die Naturkatastrophe mit der Flutwelle.
Das waren wirklich schlimme Ereignisse.
Original von Trudy
...Was ich jedoch gut finde, dass wir jedes Jahr an den 11. Septeber 2001 erinnert
werden.
Das war wirklich schlimm und man soll diesen Moment nicht vergessen und hoffen
dass wir weiterhin vor solchen Anschlägen verschont bleiben.
Oder an Weihnachten die Naturkatastrophe mit der Flutwelle.
Das waren wirklich schlimme Ereignisse.
Gegen solche Mega-GAU's sind unsere landesinternen Vorkommnisse natürlich Pillepalle, da hast Du vollkommen recht. Und daher wird man durch die Medien ja auch immer wieder daran erinnert. Was auch gut und richtig ist, keine Frage. Wär' man allerdings zynisch, müsste man erwähnen, dass 09/11 bei weitem mehr Erwähnung findet als der Tsunami in Thailand...
Warum gibt es nicht einmal positive Statistiken?
z.B.
Wieviel Menschen pro Tag im Straßenverkehr sind und nicht umkommen oder einen Unfall haben.
Wir sind leider auf Grund der Medien und Berichterstattung eine negativ Gesellschaft. Unglücke, Katastrophen, Kriege usw bringen jede Menge Geld.
Original von Elac
Warum gibt es nicht einmal positive Statistiken?
z.B.
Wieviel Menschen pro Tag im Straßenverkehr sind und nicht umkommen oder einen Unfall haben.
Wir sind leider auf Grund der Medien und Berichterstattung eine negativ Gesellschaft. Unglücke, Katastrophen, Kriege usw bringen jede Menge Geld. Das wäre mal was ne Positivstatistik, dann würde es vielleicht auch nicht so viele Depressive in unserem schönen Ländle geben, denn davon gibts genug und die sollte man nicht unbedingt durch Weltuntergangsstimmung, die die meisten Medien verbreiten, noch mehr bedrücken !!
Na ja Katstrophen usw verkaufen sich halt besser.
Wobei... wie oft erwischen wir älteren uns das wir sagen ..
"früher war alles besser"
doch auch ab und an oder nicht?
Ich erwische mich ja selber dabei. Vor allem gegenüber meiner Tochter ... "Das hätten wir früher .." bla bla bla
Zeiten und Sitten ändern sich.
Original von Elac
Na ja Katstrophen usw verkaufen sich halt besser.
Wobei... wie oft erwischen wir älteren uns das wir sagen ..
"früher war alles besser"
doch auch ab und an oder nicht?
Ich erwische mich ja selber dabei. Vor allem gegenüber meiner Tochter ... "Das hätten wir früher .." bla bla bla
Na wir älteren hört sich an als seien wir schon steinalt :) :)
Aber hast schon recht ich erwische mich auch immer dabei, das ich meinem Sohn auch sowas sage.
Aber mal ehrlich das haben wir doch auch schon von unseren Eltern und Großeltern gehört oder nicht????
Früher war...........
KaeptnCaipi
27.09.2006, 23:04
Original von Elac
Na ja Katstrophen usw verkaufen sich halt besser.
Das ist wohl war. Aber mal ehrlich: wer KAUFT denn die Nachrichten/Zeitschriften... es liegt letzten Endes auch am Verbraucher. Wenn der den ganzen Ramsch net kaufen würde, dann würde vielleicht auch weniger darüber berichtet, eben weil es sich net mehr so gut verkauft.
Wird aber wohl wegen der Sensationsgeilheit der Gesellschaft net ändern.
Nuja, verteufeln muss man's aber auch ned. Schliesslich mag man ja auch ned als Aussenseiter dastehen. Ist doch auch blöd, wenn im Freundes- oder Kollegenkreis über was Schreckliches diskutiert wird, und man selber hat keine Ahnung, weil man sich ned als Zeitschriftenleser outen will... :schwitz:
KaeptnCaipi
28.09.2006, 09:24
Na klar, ich nehme mich da ja net aus. Und wenn du abends nur die Tagesschau guckst oder im Netz mal net zu mv.info surfst bekommst du genug von den Katastrophen mit.
Und he... wer will den net mitreden können ?( :D :D
gute nachrichten ... na und (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,450621,00.html)?
Na ja... also ich finde die wirtschaftlichen Nachrichten schon aufbauend. Bevor es aber politisch wird, will ich das mal abbrechen, weil Politik ein zu großes Potenzial für ein Streitthema bietet.
Das schlimmste in Deutschland ist, was man daraus macht (bzw. die meist pessimistische Sichtweise hier in D)!
KaeptnCaipi
04.12.2006, 20:46
Ja, da kann ich dir zustimmen, Carlo.
Das muss aber in der Natur des Deutschen liegen, die Dinge immer negativ zu sehen.
War zu vermuten, dass die Euphorie der WM net viel länger hält als bis max. 2 Wochen nach dem Finale ;( ;( Schade eigentlich, Deutschland hätte mehr verdient...
Thomas Magnum
04.12.2006, 20:49
Ja das stimmt! Auch die Fahnen, die an so gut wie jedem Auto zu sehen waren, waren nach zwei Wochen nach dem Finale auch abmontiert.
Die Mehrheit am Spiegel besitzt eine Bertelsmann-Tochter soweit ich weiss. Und Bertelsmann ist nicht "weit weg" von der SPD.
Ob die SPD seit geraumer Zeit wohl ein Interesse daran haben duerfte, Deutschland als nicht so schlecht dastehen zu lassen? ;)
Hab dazu auf die schnelle das hier gefunden:
http://www.webarchiv-server.de/pin/archiv02/3602ob01.htm
Wenn ich Lust dazu haette, koennte ich jetzt einen ganzen Haufen nicht alter undd "serioeser" Artikel vom Spiegel darueber posten, wie schlecht es doch in Deutschland noch vorhin stand.
Fuehlt Ihr Euch nicht allmaehlich wie die Kugel in einem Flipperautomaten? ;)
In DE ist alles (wieder) OK? Komisch das ich in 2006 am meisten Bestandskunden in DE verloren habe. Nicht weil meine Produkte nichts taugten, sondern weil sie insolvent wurden. Da brauch mir auch keiner mit einer Statistik kommen..
...der Spiegel ist ja nun nicht das einzige Blatt, das die Zahlen als erfolgsversprechend verkündet. Aber die von Dir erwähnte Partei hat wohl wenig Grund sich diese Zahlen zu eigen zu machen...
Der positive Effekt ist imho zuerst in der Industrie zu vermerken (wie auch bei uns im Unternehmen). Ich nehme an, zu Deinen Kunden zählen eher Klein- bzw. Mittelstandsunternehmer? Bei denen dauert es erfahrungsgemäß ca. ein Jahr länger bis sich die Wirkung der BIP-Kurve bemerkbar macht, aber das wird schon, da bin ich zuversichtlich...
think positive...:radio:
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